Über mich

Ich kann mir ja beim besten Willen nicht vorstellen, daß jemand was über mich wissen möchte, aber wenn mir WordPress schon eine E-Mail schickt, mit dem Hinweis dies noch auszufüllen, dann mach ich das mal.

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Also, daß ich bei Erstellung meines ersten Artikels 41 Jahre alt war/bin steht ja schon in meinem ersten Artikel. Daß ich ein in Deutschland geborener Sohn einer stolzen Amerikanerin bin habe ich auch erwähnt. Was war da noch… ach ja. Ich bin verheiratet mit einer hübschen Frau, welche von Zeit zu Zeit ein wenig Geduld aufbringen muss mit mir und das auch ganz gut macht. Apropos hübsch, das behauptet sie auch immer von mir, aber sie isst ja auch Käse mit Marmelade, von daher lassen wir das. Kinder hab ich auch. Zwei leben bei mir, einer ist gerade 17 der andere 12. Beides Jungs und wegen beiden habe ich graue Haare im Gesicht.

Meine große Leidenschaft sind Messer, Tools, mein Club und mein Job. Ja genau, mein Job. Ich habe es irgendwie geschafft meinen Job so sehr zu lieben, daß ich gerne zum Dienst fahre. Ich fahre da nicht hin um mein Bankkonto aufzufüllen, damit es nach ein paar Wochen wieder leer ist, sondern weil ich es extrem gerne tue.

Ich habe in meinerDSCF1232 Zeit als Soldat lernen müssen, mit wenig Mitteln viel zu erreichen. Da waren Typen in der Grundausbildung, Vorgesetzte, die haben rumgeschrien wie hysterische Kleinkinder denen man den Lolly weg genommen hat. Privat waren das ganz ärmliche Lämmer, oder Jungs die schwer in Ordnung waren und einfach nur ihren Job gemacht haben. Gab es beides. Offiziere waren die schlimmsten. Studierte Freaks, welche nicht in der Lage waren einen Nagel mit einem Hammer in die Wand zu schlagen, aber einen auf dicke Lippe machen. Den Hardcoresoldaten spielen, mit dem ganzen aufgenähten Lametta auf dem Kampfanzug, aber Hände wie Mädchen, fein manikürt und die Stiefel so blank und noch in Form, da wusstest du genau daß der die Stiefel nur zur Stippvisite auf dem Übungsplatz in Grafenwöhr, Münsingen oder Hammelburg anzieht, um sich die Füsschen nicht schmutzig zu machen. Sich darüber freuen, daß wir in Münsingen Nester bauen und nächtigen müssen, bei 3 Grad plus, während der Herr Offizier in der Baracke im Bettchen schläft. Das Nest stand, ich hab mein „Kampfmesser schwer“ rausgeholt, den Boden kreisförmig gelockert. Dann Klappspaten frei und gebuddelt. Ca. 30 cm tief. Holz gesammelt, Feuer gemacht und mich mit meiner Gruppe, ich war Gruppenführer, um die Feuerstelle gesetzt und uns gewärmt.

Ich habe Feuer gemacht weil ich es konnte. Ich habe dann meine ABC Tasche rausgeholt, in der sich eigentlich die Gasmaske (Gummifotze) mit dem Filter hätte befinden sollen. Da waren aber Landjäger drin. Ganz feine Wurst. Eine geräucherte Hartwurst, welche man so essen, braten oder grillen kann. Gebraten oder gegrillt schmeckt sie gleich noch besser. Stöckchen von unserem provisorischem Wind- und Sichtschutz abgebrochen , spitze dran geschnitzt, Wurst dran gepfriemelt und ins Feuer gehalten. Ich hatte so viele Landjäger in der ABC Tasche, daß ich alle 4 weiteren Soldaten meiner Gruppe damit versorgen konnte. Bekommen habe ich die Würste von den Saupreusen (sagt man hier halt so), welche in Oberbayern als Wehrpflichtige stationiert waren, aber die SONY DSCWurst verschmäht haben. Sie bekamen im Gegenzug von mir immer diese komischen Vitamin C Tabletten welche ich aus dem Sanitätszentrum bekommen habe. Die wiederrum bekam ich, weil ein Freund da eben Sanitäter war. Die Tabletten waren heiß begehrt und wenn die Dinger von der Versorgung ankamen, hat er mir gleich mal so einen Pack auf die Seite gelegt. Ich war der Vitamindealer 😀 Ich hab davon Dünnschiss bekommen und fand dann, daß die Tabletten, angelegt in Landjäger, keine schlechte Wahl waren. Und so hatten wir trotz harter Übung ein Lagerfeuer, gegrillte Würste und Abenteuerromantik pur. Wir fanden sogar heraus, daß dieses komische Pulver, dieses Kaltgetränk welches wir immer bekamen, sogar gut schmeckt, wenn es in heißem, anstelle kaltem Wasser gemacht wird. Uns war ja kalt, wer will da schon einen kalten Multivitaminsaft trinken. Wasser hatte ja jeder, musste ja immer in der Feldflasche sein…

Alles in allem ist das eine geile Erinnerung an diese Zeit. Eine von vielen. Die ganzen Offiziere haben überhaupt keine Ahnung was ihnen entgangen ist. Ich mache das auch heute noch. Loch buddeln, Feuer an, Stock mit Wurst rein und genießen. Die Natur genießen, meine Frau genießen und meine Kinder genießen, die einen Vater haben der solche Dinge mit ihnen tut. Was ich aber eigentlich sagen will ist, daß ich damals schon, in nicht besonders schönen Situationen, mit wenig Mitteln, das beste daraus gemacht habe. Manchmal alleine für mich, manchmal mit meinen Kameraden zusammen. Das hat mir geholfen meine Tätigkeit zu lieben und ich habe immer neue Herausforderungen gesucht. Bis heute.

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Heute arbeite ich in der Sicherheit und als Privatermittler. Ich versuche nach wie vor, mit den wenigsten Mitteln, das meiste beheben zu können. Selbst wenn es nur ein verdammter Kabelbinder ist. Wenn auf einer Veranstaltung eine Verbindung am Heraszaun fehlt oder ein Zugang plötzlich geschlossen wird, dann rufen die Kollegen meist nach mir. Die wissen ganz genau, irgendwo hat der Steve in den untiefen seiner Taschen einen dämlichen, in Vergessenheit geratenen Kabelbinder der unser Problem löst.

Wenn die Jungs aus meinem Club mit ihren stumpfen Bucks kommen und mich fragen ob ich sie wieder schleifen kann, dann ist das für mich keine Arbeit, kein Umstand, sondern ich hole mein Werkzeug mit Freude raus und mach es wieder scharf. Sie können sich danach damit wieder rasieren und ich habe in Erfolgserlebnis. Ich freu‘ mich wenn sie mich fragen und ich es für sie tun darf.

Deshalb versuche ich mich auch an diesem Blog. Ich will meine Erfahrungen und Misserfolge mit anderen Teilen. Anregungen geben und Anregungen holen. Sei es im Job oder im Bezug auf Werkzeuge, welche die Gesellschaft aufgrund der BILD Zeitung verpöhnt. Ob aus dem Blog was wird? Keine Ahnung.

So liebe WordPress? Genug erzählt?

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