Victorinox Pioneer… das ultimative Kampfmeser. (In eigener Sache)

Victorinox. Zweifelsohne eines der besten Taschenmesser die je gebaut wurden. Hochwertig verarbeitet, alle nützlichen Werkzeuge in einem Gerät vereint. Durchdacht, robust, langlebig und lebenslange Garantie. Ein Begleiter für ein ganzes Leben zum schneiden, Flaschen öffnen, Schrauben drehen, Dosen öffen, Leder nähen, Knoten lösen, schnitzen u.s.w…… Ein Taschenmesser für jung und alt, für Kind, Frau und Mann. Ja, was wie ein Werbetext klingt, ist einfach Fakt. Ich besitze Spyderco, Extrema Ratio, Eickhorn, ESEE etc. aber am häufigsten nutze ich mein Swiss Tool und eines meiner Alox Pioneer. Auch Forester, Forester Wood, Nomad und Sentinel von Victorinox sind immer mal wieder meine Begleiter. Alle Modelle des vorangegangenen Satzes habe ich umgebaut und Schalen mit Clip drangebaut, außer dem Sentinel, da war schon einer dran.

Diese Taschemesser sind Kult und niemand, absolut niemand würde etwas böses oder schlechtes in einem Victorinox, einem echten Schweizer Taschenmesser sehen. Niemand? Na vielleicht ja doch. Folgendes Erlebnis hat mich heute schockiert. Schockiert hat es mich, weil es wirklich Leute gibt, die in diesem Werkzeug eine Waffe sehen und alles dafür tun, daß sich ein Interessent keines zulegt. Ja man bietet ihm sogar Alternativen an, welche zum ersten völliger Quatsch sind und zum zweiten illegal im Sinne einer Ordnungswidrigkeit sind. Aber der Reihe nach.

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Oben Links befindet sich ein Alox Pioneer X, in der Mitte das Alox Pioneer ohne X (also ohne Schere) und ganz rechts ein Victorinox Swiss Tool. Einer meiner Teammitglieder, ich nenne ihn meist Welpe, weil er noch recht jung ist mit 23 und auch zu den Dienstjüngsten im Streifenteam zählt. 9 Monate ist er jetzt dabei und steht täglich seinen Mann. Ist immer zuverlässig und pünktlich, wissbegierig und lernt viel, sowie schnell. Er wird von jedem sehr geschätzt und respektiert und hat ein angenehme und sehr witzige Art. Wer den Kerl nicht mag, der mag sich selber nicht. Soviel mal zur Einleitung. Bei unseren Streifengängen und Objektkontrollen fällt immer mal was an, bei dem geschraubt werden muss oder auch mal ein Mülleimer verschlossen werden muss. Sicherungskästen müssen geöffnet werden usw. Jeder der in der Sicherheit arbeitet, der kennt das. Deshalb haben die meisten Sicherheitskräfte die ich kenne ein Multitool und/oder ein Victorinox am Mann. Mehr Messer ist im Dienst nicht nötig. Ein professioneller „Security“ weiß, daß er sich mit einem anderen Messer nicht wirklich selbst einen Gefallen tut. Außerdem weiß der geschulte Profi, wann es Zeit ist, wie zu agieren oder sich zurück zu ziehen. Ein geschulter Profi benötigt auch kein Messer um sich „zu Verteidigen“ sondern trägt das Werkzeug tatsächlich nur als Werkzeug und er achtet darauf, daß es auch als Werkzeug ausgelegt ist. Punkt.

Jetzt bekommt der Welpe mit, wie nützlich so ein Victorinox ist. Zum einen weil ich ihm viel im Objekt beibringe und ich dabei immer wieder mal mein Alox oder mein Swiss Tool heraus hole, zum anderen weil die Kollegen selbiges tun und auch ihre Tools dazu nutzen. Gerber und Leatherman ist auch vertreten. Ist ja egal welche Marke, jeder muss das für sich entscheiden. Er bekommt Interesse, lässt sich von den Erfahrungen seiner Kollegen beraten und will sich auch eines zulegen. Soweit, so gut. Er stellt dabei fest, daß ihm das Swiss Tool mit 150 € zu teuer ist, das 7 € Teil aus dem Baumarkt aber nix taugt. Nachdem er mitbekommt, daß die Alox Pioneer meist ausreichen für die Arbeit und man damit auch noch sein Mittagessen mundgerecht schneiden kann, will er wissen was die Kosten. Google angeschmissen, ohne Schere 33 €, mit Schere 45 €. Das kann er und will er zahlen, keine 200 Meter weg von uns, in einer Filiale zur Abholung verfügbar. Seine Augen leuchten, er ist hoch motiviert! Das Alox Pioneer soll es werden! Plötzlich wird er still, guckt andächtig durch die Zentrale und stammelt kaum Hörbar: „Warte mal, ich muss meine Frau fragen ob ich das darf.“ Als wäre das nicht schon genug, setzt die „Chefin“ noch ein paar oben drauf. Wir haben die ganze Konversation mitbekommen, weil der Welpe auch keinen Hehl daraus gemacht hat  😁 So in etwa hat sich das abgespielt:

Er: „Ich will das jetzt haben, ich brauch das für die Arbeit.“

Sie: „Wozu?“

Er: „Ja für die Arbeit“

Sie: „Willst dich im Dienst damit wehren? Du brauchst kein Messer!“

Er: „Doch, damit kann man sich nicht wehren, dafür ist es auch nicht gemacht.“

Er erklärt ihr was er im Dienst damit machen will. Sie glaubt es nicht. Wir sollen ihm helfen und ich mache kleine Videos mit ihm beim Öffnen von Sicherungskästen, Schrauben drehen usw. (kein scheiß, das war so). Jetzt kommt’s: SIE BLEIBT DABEI, ER WILL ES NUR UM SICH IM DIENST ZU WEHREN! Sie schlägt im eine Alternative vor. Er bekommt eine Tasche, in die packt sie ihm folgendes rein und schickt ihm die Alternative per WhatsApp. (siehe Fotos unten. Ich habe ihren Namen vergessen, aber er hat sie im Handy in etwa so abgespeichert: „Schatz  ❤“. Das sind ihre Fotos!)

Weil er sich mit einem 7 cm langem Alox Pioneer, mit Slipjoint und Nagelhau ihrer Meinung nach eh nur Verteidigen will (!), bietet sie ihm, wenn er wirklich im Dienst Werkzeuge brauchen sollte, ein 25 cm langes Küchenmesser, ein 10 cm langes Obstmesser, eine Nagelschere, einen Akkuschrauber und einen Schraubendreher in einer Tasche an!!!! Wer wirklich Werkzeug braucht, der kann das auch so machen, denn ein Taschenmesser ist böse!!!

(Bitte lieber Leser, das ist nicht erfunden sondern genauso traurig wie wahr und es ist ihr ernst….)

Lieber „Schatz mit Herzchen“: Abgesehen davon, daß die Alternative sehr hinkt und ich am liebsten aus ganz persönlichen Gründen eine Kerze für dich anzünden möchte (was auch immer die Kerze in diesem Fall erhellen mag), bin ich der Meinung, daß es unüberlegter nicht geht. Bitte folgendes ganz langsam durch den Kopf gehen lassen und nachdenken:

Während das Werkzeug daß dein Mann sich wünscht, für die Selbstverteidigung absolut nicht gemacht wurde, eine Tauglichkeit dessen dafür nicht gegeben ist, kommen weder Exekutive, Judikative noch Legislative auf die Idee, einem Victorinox Pioneer eine Waffeneigenschaft aufzudrücken. Stattdessen kommst allerdings DU auf die Idee, deinem Mann ein 25 cm Messer in die Tasche zu packen, mit dem er sich bzgl. einer Ordungswidrigkeit strafbar machen würde…. Geile Idee. Auf den Rest, der ein Tool verzichtbar machen soll, geh‘ ich wegen eventuell auftretender Blutdruckschwankungen vorsichtshalber erst gar nicht ein…

Liebe Presse, liebe Politik: Durch eure Hetze in den Medien, durch Eure unfähige Politik ungebremst Menschen ins Land zu lassen, welche nur die Sprache der Gewalt sprechen und mit dem Messer Probleme lösen, vergessen andere, bei dem Begriff „Taschenmesser“ ihr Gehirn zu nutzen und kommen auf die dümmsten Ideen. Da wird einem anständigen jungen Mann von seiner eigenen Frau der Wunsch nach einem Werkzeug verwehrt welches ihm den Alltag erleichtert und das übelste angedichtet, daß man sich vorstellen kann, nur weil das Wort „Taschenmesser“ gefallen ist. Danke dafür.

Er wird sein Victorinox bekommen. Von mir als Geschenk. Er wird der einzige sein, dem ich nicht empfehle im Objekt ein Multitool zu führen, sondern er wird dazu verpflichtet. Ich kontrolliere das auch jeden Tag. Jedesmal, wenn er es nicht am Mann trägt, dann muss er Kaffee zahlen, von Rischart. Der schmeckt zwar Grauenhaft, aber da bekommt er ihn nicht umsonst, wegen seiner netten Art wie sonst überall in unserem Revier und er ist Sauteuer. Spätestens nach dem 3. Mal Kaffee für das Team zahlen war die Gaudi so Teuer, daß du „Schatz mit Herzchen“ dir wünschen würdest, er hätte die 33 € investieren dürfen 😉

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